LEERES TOR, VOLLES RISIKO
Das steckt hinter der Handball-Regel!
Kein Torwart weit und breit?
Hast du schon mal bei einem Handballspiel gesehen, dass das Tor plötzlich ganz leer ist? Dies sieht erstmal ganz schön verrückt aus, ist aber tatsächlich erlaubt und hat sogar einen eigenen Namen: „Empty Goal“, auf Deutsch „leeres Tor“. Dahinter steckt eine besondere Regel im modernen Handball, die das Spiel noch spannender macht. Aber was genau bedeutet diese Regel, wann wird sie eingesetzt? Und warum solltest du sie auch schon kennen?
Früher war das gar nicht so einfach möglich
Bis zum Jahr 2016 galt eine feste Regel der Internationalen Handballföderation (IHF). Jede Mannschaft musste während des gesamten Spiels einen Spieler klar als Torwart kennzeichnen. Nur dieser Spieler durfte den eigenen Torraum betreten. Wollte ein Team am Ende eines Spiels einen zusätzlichen Feldspieler einsetzen, zum Beispiel bei Rückstand in den letzten Minuten, wurde der Torwart durch einen weiteren Spieler ersetzt, der ein auffälliges Leibchen über sein Trikot zog, damit man ihn als „Ersatztorwart“ erkennen konnte. Dieser durfte dann ins Tor, wenn nötig, oder verließ das Spielfeld, wenn der richtige Torwart zurückkehrte. Das war ziemlich kompliziert und musste blitzschnell ablaufen!
Neue Regel seit 2016
Doch seit 2016 gibt es eine neue Regel, die das Ganze vereinfacht hat. Genau daraus ist die moderne Empty Goal Rule entstanden.
Was ist neu? Eine Mannschaft muss nicht mehr während des gesamten Spiels einen festen, gekennzeichneten Torwart haben.
Daher erlaubt die neue Regel, auf den Torwart zu verzichten und mit einem weiteren Feldspieler weiterzuspielen. Aber Vorsicht: Es gibt zwei Möglichkeiten, wie das umgesetzt werden kann, und jede hat ihre eigenen Besonderheiten.
Möglichkeit 1
Die Mannschaft verzichtet komplett auf den Torwart und setzt einen zusätzlichen Feldspieler ohne Leibchen ein. Dieser darf nicht in den Torraum, weil er nicht als Torwart gekennzeichnet ist. Nach einem Ballverlust oder einem Torerfolg kann jeder beliebige Spieler schnell ausgewechselt werden, um dem Torwart Platz zu machen. Vorteil: Der Wechsel ist flexibel und schneller. Nach einem Abwurf muss aber sofort wieder ein richtiger Torwart ins Spiel – sonst wird es gefährlich!
Möglichkeit 2
Die Mannschaft ersetzt den Torwart durch einen Feldspieler mit Leibchen, also klar erkennbar als „Ersatztorwart“. Dieser darf auch im Torraum agieren, zum Beispiel wenn ein schneller Gegenzug droht. Wenn der richtige Torwart wieder ins Spiel zurückkommen soll, muss genau dieser gekennzeichnete Spieler den Platz verlassen.
Chance oder Risiko?
Beide Varianten bringen den Vorteil, dass das Team entweder eine Überzahl erzeugt oder in Unterzahl keinen Nachteil im Angriff hat. Deshalb ist der zusätzliche Feldspieler eine echte Chance, ein Tor zu erzielen. Doch gleichzeitig besteht das Risiko, dass der Gegner aufs leere Tor wirft, wenn der Ball verloren geht. Und dann ist keine Hilfe in Sicht.
Viele Profiteams nutzen diese Regel gezielt und trainieren genau, wann und wie sie den Torwart durch einen Feldspieler ersetzen und umgekehrt. Bundesligamannschaften wie die MT Melsungen haben das Sieben-gegen-Sechs bereits fest in ihren Spielplan integriert und konnten unter anderem dadurch lange im Titelrennen der vergangenen Saison mitmischen.
Aber auch Nationalmannschaften nutzen die Empty-Goal-Regel zu ihrem Vorteil. So haben zum Beispiel die frisch gebackenen Europameister aus Dänemark im Verlauf des Turniers immer dann den Torwart vom Feld genommen, wenn der Gegner durch eine Zeitstrafe ohnehin schon in Unterzahl war. Diese doppelte Überzahl im Sieben-gegen-Fünf sorgt besonders häufig für schnelle und einfache Tore.
Empty-Goal-Regel im Jugendbereich
Obwohl die Empty-Goal-Regel im Jugendbereich noch nicht weit verbreitet oder teilweise noch nicht erlaubt ist, könnt ihr diese wichtige Regel schon einmal in unserem Handballcamp üben! Zum Beispiel könnt ihr ausprobieren, wie schnell ihr den Torwart ersetzen könnt oder wie ihr in Unterzahl spielt. Wichtig ist dabei, dass ihr als Team gut kommuniziert, denn nur gemeinsam klappt der knifflige Trick mit dem leeren Tor.
Für Zuschauer ist die Empty Goal Rule besonders aufregend. Sobald das Tor leer ist, steigt die Spannung: Wird die angreifende Mannschaft belohnt oder nutzt der Gegner die Gelegenheit für ein leichtes Tor? Diese Regel zeigt, wie taktisch, klug und schnell Handball sein kann, selbst im Kinder- und Jugendbereich.
Nutzt Ihr die Empty-Goal Taktik im Verein?
Und wer weiß, vielleicht nutzt ihr beim nächsten Spiel im Camp schon selbst die Empty Goal Taktik! Habt ihr das schon einmal gesehen oder ausprobiert?
EURE MEINUNG IST GEFRAGT
Was gefällt euch an der Empty-Goal-Regel oder ist sie für euch zu risikoreich?
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